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QM-1872532
„Problemzone Po - Tabuthema Hämorrhoiden“
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Praxis für Allgemein-, Unfall- und Gefäßchirurgie
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H Ä M O R R H O I D E N als Volkskrankheit

Ursachen und Entstehung
Das Hämorrhoidalleiden entsteht bei krankhafter Vergrößerung des arteriovenösen Schwellkörpers im Analkanal, der in seiner ursprünglichen Funktion für die Feinabdichtung des Enddarmes verantwortlich ist. Die Ursachen für die Vergrößerung des Gefäßpolsters sind nicht sicher geklärt. Begünstigend wirken u.a. ballaststoffarme Kost, Übergewicht, Bewegungsarmut, ungünstiges Stuhlverhalten (langes Sitzen und Pressen auf der Toilette) sowie eine familiäre Belastung (Bindegewebsschwäche).

Man teilt die Hämorrhoiden nach ihrer Ausdehnung in Stadien ein:
- Stadium I: äußerlich nicht sichtbare oder tastbare Hämorrhoiden
- Stadium II: beim Pressen oder Stuhlgang nach außen vortretende Hämorrhoiden, die sich von selbst in den Analkanal zurückziehen
- Stadium III: bereits bei leichtem Pressen hervortretende Hämorrhoidenknoten, die mit dem Finger in den Anus zurückgeschoben werden müssen
- Stadium IV: entspricht dem Vorfall der Analschleimhaut, der sich nicht zurückzieht und nicht zurückschieben läßt

Symptome
Infolge der mangelnden Abdichtungsfunktion der krankhaften Hämorrhoidalknoten kommt es zu einem Reizzustand der analen Haut mit folgendem Jucken und Brennen oder gelegentlichem Nässen. Unangenehm ist die bei manchen Patienten fehlende Kontrolle über abgehende Winde. Das Hauptsymptom jedoch sind die typischen, meist den Stuhlgang begleitenden, schmerzlosen dunkelroten Blutungen. Häufig findet man das Blut anfänglich nach dem Abwischen zunächst am Toilettenpapier, später bei stärkeren Blutungen dem Stuhl beigemischt im Spülwasser der Toilette. Die Blutungen kommen in der Mehrzahl der Fälle nach dem Stuhlgang von selbst nach kurzer Zeit zum Stillstand. Gelegentlich kommt es zu schmerzhaften Blutgerinnseln in einer Hämorrhoide, dann spricht man von einer thrombosierten Hämorrhoide.
Hämorrhoiden können ähnliche Symptome hervorrufen wie andere Erkrankungen des Darmes. Ein analer Blutabgang kann im schlimmsten Fall z.B. auch durch einen bösartigen Tumor des Darmes hervorgerufen sein. Deshalb ist bei der Diagnosefindung ab einem gewissen Alter bzw. bei familiärer Vorgeschichte eine sorgfältige Untersuchung des Darmes u.a. mittels einer Koloskopie (Dickdarmspiegelung) vonnöten.
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Behandlung  
Die Behandlung des Hämorrhoidalleidens erfolgt stadiengerecht.

Konservative Behandlung
Das Stadium I der Krankheit ist immer, das Stadium II der Krankheit meist konservativ zu behandeln. Lokal werden die vergrößerten Hämorrhoidenknoten im Rahmen eine Sklerosierungsbehandlung verkleinert. Im Stadium II lassen sich durch die sogenannte Gummiringligatur gute Ergebnisse erzielen. Hierbei wird ein festes Gummi auf den vergrößerten Hämorrhoidenknoten platziert, der in der Folgezeit verkümmert und schließlich abfällt. Verhaltensänderungen wie angemessene ballaststoffreiche Ernährung, Gewichtsreduktion, reichlich Bewegung und kurze Toilettengänge (ohne Zeitungslektüre) sind natürlich unverzichtbare Elemente der Therapie. Lokal aufzutragende Salben können zur Linderung von Hautirritationen beitragen.

Operative Behandlung
Bei Hämorrhoiden III. und IV. Grades muß die Krankheit operiert werden. Alle Operationsverfahren werden in Allgemeinnarkose (Larynx – Maske) durchgeführt.
Bei einem möglichen Operationsverfahren (Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan) werden die vergrößerten Hämorrhoidenknoten nach Abbinden der zuführenden Gefäße mit Schleimhaut aus dem Enddarm herausgeschnitten. Hierbei bleibt eine offene Schleimhautwunde zurück, die im Laufe einiger Wochen nach der Operation verheilen muss.
Beim Analvorfall, also im Stadium IV der Krankheit, wird heute meist mit Hilfe speziellen Instrumentariums eine Manschette oder ein Teilstück aus der Enddarmschleimhaut geschnitten unter Raffung bzw. Streckung des Gewebes (z.B. Operation nach Longo).

Nachbehandlung
Eine ausreichende Schmerztherapie mit geeigneten Medikamenten steht an erster Stelle der Nachbehandlung. Gelegentliche Nachblutungen kommen fast immer selbst zum Stillstand; bei anhaltendem Sickern oder stärkeren Nachblutungen muß der Patient sofort den operierenden Arzt aufsuchen bzw. benachrichtigen. Sitzbäder oder das Ausduschen des Analbereichs in der ersten Phase unterstützen eine schnelle Abheilung der Wunden.


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