Hautkrebs -
Risikofaktor Sonne

„Die Haut vergisst nichts!“ Bei jedem Sonnenbrand wird das Erbgut in den Zellkernen (DNS) der Haut vor allem durch UVB-Strahlen erheblich beschädigt. Wiederholte Sonnenbrände führen zur Summierung und Festigung der UV-bedingten Schäden in den Hautzellen. Die Folgen sind eine vorzeitige Hautalterung sowie das mögliche Auftreten von Hautkrebs. Die Dermatologen Dr. Andreas Kruppa und Dr. Jörg Andreas Larsen von der PAN Klinik am Neumarkt in Köln warnen in diesem Beitrag vor den möglichen Folgen.
Mit rund 195.000 Neuerkrankungen pro Jahr sind alle Formen des Hautkrebses zusammengenommen die häufi gste Krebserkrankung überhaupt. Die Anzahl der Neuerkrankungen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen und steigt jährlich um fünf Prozent. Das Basalzellkarzinom der Haut stellt mittlerweile den häufigsten bösartigen Tumor bei hellhäutigen Menschen dar. Übermäßige Sonnenbestrahlung ist einer der größten Risikofaktoren für die Entstehung aller Hautkrebsarten.

Wie viel UV-Bestrahlung die Haut verträgt, ist abhängig vom jeweiligen Hauttyp.

Man unterscheidet vier Hauttypen

  • Hauttyp I immer schnell Sonnenbrand, keine Bräunung (keltischer Typ)
  • Hauttyp II fast immer Sonnenbrand, geringe Bräunung (hellhäutiger europäischer Typ)
  • Hauttyp III gelegentlich milder Sonnenbrand, gute Bräunung (dunkelhäutiger europäischer Typ)
  • Hauttyp IV selten Sonnenbrand, tiefe Bräunung mediterraner Typ)
Grundsätzlich gilt, jegliche sonnenbedingte Rötung der Haut zu vermeiden. Geeignete Maßnahmen sind unter anderem:

  • Tragen sonnendichter Kleidung
  • Nutzung von Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Meiden der Mittagssonne (11 bis 14 Uhr)
  • Vorsicht bei Einnahme von Medikamenten, die die Haut lichtempfi ndlicher machen, wie beispielsweise einige Antibiotika (Tetrazykline), Johanniskraut etc.
  • Verwendung wasserfester Sonnencremes beim Baden.
Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Hautkrebsrisiko ebenso wie genetische Veranlagungen: Personen mit heller Haut, rötlichen oder blonden Haaren und Neigung zu Sommersprossen und Sonnenbrandflecken haben ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Auch Solariumbesuche steigern das Risiko einer Hautkrebserkrankung deutlich.

Kinderhaut ist besonders empfi ndlich und benötigt besonders
intensiven Schutz. Säuglinge sollten wegen ihrer besonderen Hautdurchlässigkeit der Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden (Aufenthalt nur im Schatten, textiler Lichtschutz).

Der weiße Hautkrebs

Die häufi gste Hautkrebsform ist der sogenannte „weiße“ oder helle Hautkrebs, den man in Hautkrebsvorstufen, die aktinischen oder solaren Keratosen (Carcinoma in situ)sowie Basalzell- und Stachelzellkarzinome unterteilt. Allen hellen Hautkrebsformen ist gemeinsam, dass sie bevorzugt in lichtexponierten Arealen, den sogenannten Sonnenterrassen (Nase, Ohren, Gesicht, Handrücken, Kopfhaut)auftreten und nur eine geringe Metastasierungstendenz
aufweisen, wodurch sie, frühzeitig erkannt, fast immer heilbar sind. Der helle Hautkrebs zeigt sich in der Regel als nicht heilende rote, zum Teil schuppende Plaques oder kleine Knötchen mit Blutgefäßerweiterungen.

Der schwarze Hautkrebs

22.000 Menschen erkranken pro Jahr an einem malignen Melanom. Dieser sogenannte „schwarze“ Hautkrebs ist deutlich bösartiger. Maligne Melanome neigen dazu, bereits früh Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden und können dann oft nicht mehr geheilt werden. Maligne Melanome können plötzlich als Neubildung auf normaler Haut auftreten oder entwickeln sich aus bestehenden Muttermalen, die oft jahrelang unauffällig waren.
Die Anzahl der nach der Geburt erworbenen Pigmentmale stellt den höchsten Risikofaktor für das maligne Melanom dar. Je mehr Pigmentmale man hat, desto größer ist das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken. Alle Pigmentmale, die Unregelmäßigkeiten, wie asymmetrische Begrenzung, auffällige Farbgebung oder besondere Größen aufweisen, sollten vom Hautarzt kontrolliert werden.

Die Vorsorge

Da frühzeitig erkannte Hautkrebserkrankungen bisweilen vollständig heilbar sind, gibt es seit 2008 auch bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) eine Hautkrebs-Vorsorge, das sogenannte Hautkrebs-Screening für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre.
Viele Krankenkassen haben Sonderverträge abgeschlossen, damit auch jüngere Versicherte dieses Screening in Anspruch nehmen dürfen. Privatpatienten und Selbstzahler können die auch von allen Dermatologenverbänden empfohlene Vorsorge ohne Altersbegrenzung durchführen lassen.
Das Hautkrebs-Screening umfasst die vollständige Inspektion der Haut mit dem bloßen Auge alle zwei Jahre.

Für die genauere Beurteilung empfehlen Dermatologen weltweit die Untersuchung mit einer Art Handmikroskop, dem Dermatoskop. Die Kosten dafür (ca. 20 €) werden von privaten Kassen übernommen.
Zusätzlich steht für besondere Fragestellungen eine Computergestützte Digitalbild-Videomikroskopie bereit, die über
ein integriertes softwaregestütztes Bildanalyseverfahren der Universitäts-Hautklinik Tübingen („mole-analyzer“) verfügt. Hiermit können kontrollbedürftige Pigmentmale im Verlauf beurteilt und analysiert werden.

Die Behandlung

Die Therapie einer Hautkrebserkrankung ist abhängig von Art, Lokalisation und Stadium des Tumors und muss nach gründlicher Untersuchung und gegebenenfalls der Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) individuell im Beratungsgespräch festgelegt werden.
Neben der operativen Behandlung und der Lasertherapie werden auch moderne, nicht-invasive Verfahren, wie zum Beispiel die hotodynamische Therapie (PDT), angewandt.

Weitere Infos

www.haut-facharzt.de
www.hautkrebs.de
www.krebsgesellschaft.de
Dr. Kruppa
Dr. Larsen
Gemeinschaftspraxis für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der PAN Klinik Zeppelinstr. 1
50667 Köln / Neumarkt-Galerie
Tel.: 0221/2776-810
Fax: 0221/2776-811
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