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Rückenschmerzen und Immunsystem -
Orthokin-Injektionen für die Wirbelsäule
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Nicht immer ist es bei einem Bandscheibenvorfall die mechanische Bedrängung des Nervs, welche die Schmerzen hervorruft. Wie man herausfindet, wo die Beschwerden wirklich herrühren und was das für die richtige Therapie bedeutet, erläuterte im Gespräch mit ORTHOpress Carlheinz Prömper, Facharzt für Radiologie und Nuklearmedizin vom Medizinischen Versorgungszentrum Köln-Neumarkt GmbH.
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Herr Prömper, manchmal haben Ihre Patienten gleich mehrere Bandscheibenvorfälle. Wie finden Sie heraus, welcher die aktuellen Beschwerden macht?

Carlheinz Prömper: Bei einem akuten Bandscheibenvorfall lässt der Körper winzige neue Blutgefäße einsprießen, um die zur Heilung benötigten Stoffe an den Ort des Geschehens zu transportieren. Diese Angiogenese können wir seit einiger Zeit im MRT mit einer Kontrastmitteluntersuchung sichtbar machen. So können wir mit großer Sicherheit sagen, welche Wirbeletage für die Probleme verantwortlich ist.

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Woher kommen eigentlich die Schmerzen beim Bandscheibenvorfall?

Carlheinz Prömper: Nicht alle Schmerzen lassen sich auf bedrängte Nerven zurückführen, weshalb auch entgegen landläufiger Meinung die Größe eines Bandscheibenvorfalls meist nichts mit der Schmerzintensität zu tun hat. Häufiger Grund ist nach unserer Erfahrung eine Kompression der Venen des Epiduralraums, was zu einer lokalen Übersäuerung, einer sog. Azidose, führt. Im Folgenden kommt es zur Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe, sog. Zytokine. Diese unterhalten die Entzündung und sind dafür verantwortlich, dass sie unter Umständen chronisch wird und am Ende nicht nur Weichteilstrukturen, sondern auch die Wirbelkörper selbst in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei diesem Prozess handelt es sich um eine Reaktion des Immunsystems, die höchst unterschiedlich ausfällt. Genau deshalb steht die Bekämpfung dieses immunologisch-entzündlichen Prozesses bei Rücken-, Ischias- und Bandscheibenbeschwerden im Mittelpunkt unserer Behandlungsstrategie.
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Carlheinz Prömper
Orthokin ist eine Therapiebereicherung, bezogen auf Patienten, die unter Entzündungen bzw. Reizzuständen im Rücken- bzw. Ischiasnervbereich leiden. Wir wenden das Verfahren an der Wirbelsäule seit nunmehr 9 Jahren an und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.“
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Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Carlheinz Prömper: Eine Weiterentwicklung der klassischen Injektionstherapie ist die CT-gesteuerte peridurale Infiltrationstherapie, die durch die CT-Bildgebung anders als früher ambulant durchgeführt werden kann. Hierbei führen wir eine sehr dünne Nadel unter Computertomografie-Kontrolle an den Entzündungsherd im Rückenmarkskanal heran. So können wir eine Injektion mit einem Interleukin-1-Rezeptorenhemmer (Orthokin) direkt am Ort des Geschehens im Epiduralraum vornehmen, etwa an der Nervenwurzel oder an den kleinen Wirbelgelenken. Das Präparat wird zuvor aus dem Blut der Patienten gewonnen (siehe Kasten rechts: Orthokin). Einmal injiziert, hilft es dem Körper, die immunologische Entzündung zu stoppen, wodurch die Schmerzen, aber auch Verkrampfungen der Muskulatur nachlassen.
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Was ist der Vorteil der Orthokin-Behandlung im Gegensatz zu, zum Beispiel, Cortison-Injektionen?

Carlheinz Prömper: Anders als beim Cortison ist bei der Orthokin-Therapie nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen, da es sich ja um eine körpereigene Substanz handelt. Das ist besonders wichtig für Diabetiker, Hochdruckkranke und Adipositas-Patienten, welche aufgrund der systemischen Wirkung oft gar nicht mit Cortison behandelt werden können. Das Interleukin wird durch das Orthokin daran gehindert, an die entsprechenden Rezeptoren anzudocken – der Entzündungskreislauf wird durchbrochen. Im Idealfall reichen bereits drei bis sechs Behandlungen aus, um die immunologische Entzündung zu bekämpfen und den Patienten die Schmerzen zu nehmen.
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Wir danken Ihnen für das Interview!


Sollten Sie nähere Informationen wünschen, wenden Sie sich gern an das MVZ Köln-Neumarkt.


Tel: 0221-2776-500
Fax: 0221-2776-501


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MVZ Köln Neumarkt
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Orthokin  
Für die Orthokin-Therapie gewinnt man aus dem Blut der Patienten das sogenannte Interleukin-1-RA (RA = Rezeptorantagonist), auch Orthokin genannt. Etwa 60 ml Blut reichen aus, um im Labor ca. 6 – 8 Ampullen für die Behandlung herzustellen.
Das Verfahren verläuft folgendermaßen: Das Blut wird mit einer speziellen Spritze abgenommen und mit kleinen Glaskügelchen vermischt, die eine besondere Beschichtung aufweisen. Diese hat die Fähigkeit, die entzündungshemmenden Wirkstoffe, die natürlicherweise in Blut vorkommen, anzuregen. Dies geschieht über einen bestimmten Zeitraum in einem „Brutkasten“, der eine konstante Temperatur von 37 Grad Celsius hält. Im Anschluss daran wird das Blut schließlich zentrifugiert und das so gewonnne Blutserum extrahiert. Im Serum lässt sich nun eine um das Mehrhundertfache erhöhte Konzentration des Interleukin–1-RA nachweisen.